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03.10.2022

Weltweit erste Fabrik für Feststoffbatterien entsteht in der Schweiz

Swiss Clean Battery wird in der Schweiz ab 2024 Feststoffbatterien für den internationalen Markt herstellen.

Die Energiewende braucht Stromspeicher und dabei besonders neue, effiziente Batterietechnologien. Das Schweizer Unternehmen Swiss Clean Battery AG (SCB) will ab 2024 den Heimatmarkt Schweiz und internationale Abnehmer mit nachhaltigen Feststoffbatterien versorgen. Es soll die weltweit erste Gigafactory für die neuen Akkus werden.

An Feststoffbatterien wird intensiv geforscht, sie gelten als sichere Nachfolger der heutigen Lithium-Ionen-Akkus. Swiss Clean Battery mit Sitz in Frauenfeld bei Zürich will in zwei Jahren mit der Produktion beginnen. Zunächst will die SCB AG mit 1,2 GWh pro Jahr starten und die Kapazität nach und nach auf 7,6 GWh erhöhen. In dieser letzten Ausbaustufe will das Unternehmen pro Jahr 48 Mio. Batteriezellen in der Fabrik produzieren.

Kurze Transportwege und sichere Versorgung mit Rohstoffen

Als Reaktion auf die Corona-Krise, den Chipmangel sowie den Krieg in der Ukraine wird Swiss Clean Battery alle Maschinen und die Chemie regional aus der Schweiz und aus Deutschland beziehen. Die Schweizer wollen mit einer nachhaltigen Grundlagentechnologie des „grünen Feststoffakkus" neue Wege gehen. Das bedeutet, dass die Batterie von SCB eine mindestens 50 Prozent bessere Umweltbilanz aufweist als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus. Feststoffakkus kommen auch ohne kritische Rohstoffe wie beispielsweise Kobalt aus.

Neuer Herstellungsansatz löst ein grundsätzliches Problem

Zudem sind sie langlebig, sicherer und leistungsfähiger als Lithium-Ionen-Akkus. Obwohl verschiedene Unternehmen schon lange an der Technologie arbeiten, sind die Batterien bis heute nicht serienreif. Die größte Schwierigkeit ist, den festen Elektrolyt in den Batteriezellen mit den Elektroden in eine stabile Verbindung zu bringen. Viele Forschungsansätze nutzen SCB zufolge eine modulare Bauweise, bei der die Einzelteile außerhalb der Zelle kombiniert und danach in das Gehäuse eingeführt werden. Dabei kommt es zu Problemen beim Übergang der Ionen an den Materialgrenzen von Elektroden und Festelektrolyt.

Swiss Clean Battery hat dieses Problem nach eigenen Angaben nach mehr als 30-jähriger Grundlagenforschung gelöst. Im eigenen Feststoffakku wird der Festelektrolyt ähnlich wie ein Mehrkomponentenkleber in der Batteriezelle selbst hergestellt. Dadurch fallen die Probleme der modularen Bauweise weg.

Börsengang im Oktober 2022

Die Swiss Clean Battery AG gibt es seit Februar 2022. Die Feststoffbatterie wurde von der High Performance Battery AG entwickelt, von der SCB eine Produktionslizenz erworben hat. Für Oktober 2022 plant das Unternehmen den Börsengang in Zürich.